Schwerpunkt Infektiologie

Eine Infektionskrankheit betrifft den ganzen Menschen. Es ist deshalb ein Vorteil für unsere Patienten, dass wir in unserer Praxis gleichzeitig als Hausärzte und als Spezialisten für Infektiologie arbeiten können. Wir versorgen alle ambulant behandelbaren infektiologischen Erkrankungen.

Dank ständiger Weiterbildung und Zusammenarbeit mit anderen Schwerpunktzentren halten wir unser Wissen immer auf dem neusten Stand.

Versorgung von HIV-Patienten

HIV ist ein Retrovirus, welches beim Menschen die sog. erworbene Immunschwäche (AIDS) hervorruft. Infektionen können über Blut- oder sexuelle Kontakte erworben werden. Unbehandelt führt die HIV-Infektion zu einer fortschreitenden Zerstörung bestimmter Blutzellen (Helferzellen), welche zu einer Schwächung des Immunsystems mit der Gefahr des Auftretens von infektiösen Komplikationen (opportunistische Infektionen) führt. Dank der heute verfügbaren medikamentösen Therapie kann das Fortschreiten einer HIV-Infektion aufgehalten werden.

Bei regelmäßiger Einnahme der entsprechenden Therapie kommt es zu einem Zurückdrängen des Virus ("Viruslast negativ"), so dass kein Schaden am Immunsystem entstehen kann. Aktuelle Studien zeigen, dass eine moderne antiretrovirale Behandlung zu einer normalen Lebenserwartung führt. Die meisten Patienten berichten dank der gut verträglichen Medikamente über eine wenig oder gar nicht eingeschränkte Lebensqualität. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt sind jedoch erforderlich. Wir können diese umfassende und intensive Behandlung in unserer Praxis anbieten.

  • Antiretrovirale Therapie (ART) nach neuestem Standard
  • Teilnahme an Therapiestudien mit neuen Medikamenten
  • Prophylaxe und Behandlung von opportunistischen Infektionen
  • Prophylaxe und Behandlung von HIV-assoziierten Gesundheitsstörungen
  • Behandlung von sexuellen Funktionsstörungen
  • Vorsorgeleistungen (Check Kardiovaskuläres Risiko, Krebsvorsorge)

Behandlung bei Hepatitis B/C Infektionen

Im Alphabet der Hepatitis-Viren spielen vor allem die chronischen Infektionen Hepatitis B und C eine gefährliche Rolle. In den letzten Monaten und Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten beider Infektionen dank neuer Medikamentenentwicklungen deutlich erweitert.

Im Bereich der Hepatitis C verfügen wir seit wenigen Jahren über ein ganzes Arsenal an medizinischen Waffen, um den Patienten von der Infektion zu befreien. In unserer Praxis behandeln wir alle Hepatitisinfektionen nach neuestem Standard, und können dank unserer Zusammenarbeit mit den Unikliniken Köln und Bonn auch neueste Medikamente im Rahmen von klinischen Studien zur Verfügung stellen.

  • Planung, Einleitung und Durchführung von antiviralen Therapien
  • Therapie bei Koinfektion HIV/Hep C und HIV/Hep B
  • Gesamte erforderliche Labordiagnostik
  • Ultraschalluntersuchungen der Leber

Infektionen durch Tier- oder Insektenbisse

Insektenbisse oder -stiche können zu gefährlichen Infektionserkrankungen führen. Dies gilt vor allem in tropischen Ländern, aber auch in Europa kommen solche Komplikationen vor. Als Beispiel: Zeckenbisse können zu Hirnhautentzündungen (FSME), der Borreliose und weiteren Infektionen führen.

Stechmücken können infektiöse Erkrankungen hervorrufen. Wir können Ihnen helfen zu klären, ob solche Infektionen vorliegen, und diese bei Bedarf fachkundlich behandeln.

Zudem bieten wir eine kompetente ärztliche Betreuung vor und nach ihrer Reise an: Was ist zu tun, um Infektionen während des Urlaubs zu verhindern und wie werden im Ausland erworbene Infektionen behandelt?

Sprechen Sie uns an!


Ambulant behandelbare Infektionskrankheiten

Einige Beispiele: Infektionen, die auf sexuellem Wege übertragen werden wie Tripper (Gonorrhoe), Syphilis (Lues) oder Chlamydien. Lungenerkrankungen wie Tuberkulose und Lungenentzündungen. Infektionen im Bereich der Harnwege und des Magen-Darm-Trakts. Infektionen von Haut und Schleimhäuten. Wir begleiten ärztlich die Einnahme von Antibiotika und führen entsprechende intravenöse Therapien durch.

Weitere infektiologische Schwerpunkte:

  • sexuell übertragbare Erkrankungen (STD)
  • Tuberkulose
  • Abklärung von Fieber
  • auf Reisen erworbene Erkrankungen
  • Infektionen durch Insektenstiche oder –bisse
  • Infektionen bei immungeschwächten Patienten

Konkretes zum Thema PrEP - die praktische Anwendung

Was ist PrEP?

Eine HIV Präexpositionsprophylaxe ist eine Maßnahme, um die Wahrscheinlichkeit einer HIV- Infektion zu verringern. Unter PrEP versteht man die regelmäßige oder anlassbezogene Einnahme von HIV-Medikamenten bei deutlich erhöhtem HIV-Infektionsrisiko, wie beispielsweise ungeschützten Sexualkontakten unter Männern (oder intravenösem Drogengebrauch).

Studien haben gezeigt, dass die Schutzwirkung sehr hoch sein kann, wenn die Einnahme wie empfohlen erfolgt. Bei gewissenhafter, regelmäßiger Einnahme ist eine Schutzwirkung im Bereich von 95% Risikoreduktion zu erwarten, dies entspricht dem Schutz durch konsequent eingesetzte Kondome. Bislang ist ein Kombinationspräparat namens Truvada©, bestehend aus den beiden Wirkstoffen Tenofovir DF und Emtricitabin dafür zugelassen. Inzwischen sind auch Generika mit den gleichen Wirkstoffen auf dem Markt.

Kommt die PrEP für mich in Frage?

PrEP eignet sich als Schutzmaßnahme bei Hochrisikoverhalten wie wiederholten ungeschützten Sexualkontakten mit wechselnden Sexualpartnern oder intravenösem Drogengebrauch. In Studien konnte eine Schutzwirkung bei regelmäßiger, dauerhafter Einnahme von bis zu 95% bei sexuellen Kontakten und mehr als 70% bei intravenösem Drogengebrauch gezeigt werden. Die PrEP sollte mit anderen Präventionsstrategien wie Kondomgebrauch und Nadeltauschprogrammen kombiniert werden. Bei unregelmäßiger Einnahme nimmt die Schutzwirkung erheblich ab.
Ist die Anwendung der PrEP sicher?

Bislang sind keine schwereren Nebenwirkungen der PrEP berichtet worden – es kann aber in Einzelfällen zu Übelkeit und Stuhlveränderungen kommen. Bei längerfristiger Einnahme sind Veränderungen des Knochen- und Nierenstoffwechsels beschrieben. In jedem Fall muss ein Arzt beurteilen, ob ein Einsatz sicher möglich ist. Durch regelmäßige Laborkontrollen wird die Sicherheit der PrEP überwacht.

Wann darf eine PrEP nicht eingenommen werden?

In einem ärztlichen Gespräch und Laboruntersuchungen muss vor Beginn der PrEP geklärt werden, ob die Einnahme von Truvada© sicher möglich ist. Zudem muss eine HIV-Infektion mittels modernem 4. Generations-HIV-Test in einem Labor ausgeschlossen werden.

Dieser HIV-Test muss während der PrEP mindestens alle 3 Monate, bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion auch früher wiederholt werden. Außerdem muss eine chronische Hepatitis-B-Infektion ausgeschlossen werden, bei fehlendem Impfschutz soll eine Hepatitis A und B-Impfung durchgeführt werden.

Wie wird die PrEP eingenommen?

Zum Erreichen der bestmöglichen Schutzwirkung muss die PrEP mit Truvada© oder Generika täglich, das heißt alle 24 Stunden eine Tablette, eingenommen werden (kontinuierliche PrEP).

Studien haben auch eine anlassbezogene Einnahme der PrEP bei homosexuellen Männern untersucht. 2 bis 24 Stunden vor einem Risikokontakt werden zwei Tabletten eingenommen, dann jeweils noch eine Tablette 24 und 48 Stunden nach der ersten Einnahme. Dabei konnte ebenfalls eine der täglichen Einnahme vergleichbare gute Schutzwirkung gezeigt werden. Falls eine dauerhafte Einnahme nicht möglich ist, kann diese Einnahmeweise diskutiert werden.

Einnahmemodus einer anlassbezogenen PrEP

Bei der anlassbezogenen PrEP kann die Tabletteneinnahme VOR dem Sex zwischen 2 und 24 Stunden vor dem Kontakt erfolgen. Hier gilt: je länger, desto besser, weil sich dann eine gute Schutzwirkung aufbauen kann. Optimal sind 12 bis 24 Stunden.

Beim Beenden einer PrEP sollte die letzte Tablette daher mindestens 48h nach dem letzten Risikokontakt eingenommen werden. Die nicht korrekte Einnahme einer PrEP birgt die Gefahr einer HIV-Infektion mit nachfolgender Resistenzentwicklung und muss unbedingt vermieden werden. Bislang existiert in Deutschland eine Zulassung nur für die tägliche PrEP-Einnahme.

Schützt die PrEP auch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen?

Nein, die PrEP reduziert nur das Risiko einer HIV-Übertragung. Das Risiko der Infektion mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis, Tripper, Chlamydien, Hepatitis C oder Feigwarzen bleibt bestehen und ist insbesondere bei ungeschützten Sexualkontakten erhöht. Kondome reduzieren das Risiko für diese Erkrankungen zum Teil, die Verwendung ist deshalb grundsätzlich empfohlen.

Sind ärztliche Untersuchungen während der PrEP-Einnahme erforderlich?

Neben einem HIV-Test alle 3 Monate sollte mindestens 1-3x/Jahr auf andere sexuell übertragbare Infektionen untersucht werden. Bei bestehenden Symptomen einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) wie beispielsweise Hautveränderungen im Genital- oder Analbereich, Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss aus der Harnröhre oder dem After ist eine ärztliche Untersuchung und Therapie erforderlich.

Maßnahmen während der Durchführung einer PrEP

Wo kann ich PrEP in Deutschland erhalten, wer zahlt dafür?

Die Kosten der gesamten PrEP-Behandlung inklusive der Medikamentenkosten, der Laborkosten und der ärztlichen Betreuung werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. Bei den privaten Krankenversicherungen ist dies bislang eine Einzelfallentscheidung, wir bitten privat versicherte Patienten mit ihrer jeweiligen Versicherung diesbezüglich Kontakt aufzunahmen.
Damit nichts schief geht - denn immerhin sind die PrEP-Substanzen stark wirksame Medikamente mit möglichen Nebenwirkungen: Vor einem PrEP Gebrauch empfehlen wir in jedem Fall eine Beratung durch eine Beratungsstelle für Männergesundheit und einen in der HIV-Medizin erfahrenen Arzt.

Wo kann ich PrEP erhalten? Wer kann mich beraten?

Unser Praxisteam steht für alle Fragen zum Thema PrEP zur Verfügung. Informationen zum Thema erhalten Sie auch in den Beratungsstellen für Männergesundheit (Köln: Checkpoint) oder den regionalen AIDS-Hilfen. Die Webseite I want PrEP now informiert umfassend auf Englisch. Die Webseite www.prepjetzt.de hat aktuelle Informationen auf Deutsch.